Mit Mixed Leadership an die Spitze

Forschungsteam der Hochschule untersucht den Anteil weiblicher Führungskräfte bei den Top-500-Unternehmen Deutschlands

Vom 1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2014  wurde das Forschungsprojekt „Mit Mixed Leadership an die Spitze“ an der Hochschule Aschaffenburg durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie den europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Das Projekt wurde von Prof. Dr. Astrid Szebel-Habig (Projektleitung) ins Leben gerufen und in einem Forschungsteam mit Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kaps (Erhebungsmethodik , Selbstaudit-Bericht) und Prof. Dr. Erich Ruppert (Datenanalyse) bearbeitet.

In einer Online-Befragung bei Top-500-Unternehmen in Deutschland wurde die Positionierung von Frauen in der Führung von Unternehmen differenziert nach Managementebenen für die Geschäftsjahre 2011, 2012 und 2013 erfasst. Ebenfalls erhoben wurde, welche Maßnahmen Unternehmen nutzen, um die gemeinsame Führung des Unternehmens durch Männer und Frauen voranzubringen, welche Barrieren sie dabei behindern und welche Rahmenbedingungen hierfür förderlich sind.

Mithilfe der so gewonnenen Daten sollen folgende Ziele des Forschungsvorhabens umgesetzt werden:

  • Entwicklung von Kennzahlen für die Positionierung  von Männern und Frauen im Top-, mittleren und unteren Management und bei Einstellungen, Beförderungen und der Bindung von Mitarbeiter*innen.

  • Empirische Überprüfung der Effektivität von Gender-, Talent Management- und Work Life Balance Maßnahmen („What really works“) und Identifikation von bewährten und neuen Handlungsansätzen im Sinne von Best Practice zur Unterstützung weiblicher Karriereverläufe bzw. zur Reduzierung der „Leaking Pipeline“.

  • Feststellen von fördernden und behindernden Merkmalen einer Unternehmenskultur bei der Umsetzung von „Mixed Leadership“.

  • Unmittelbares Feedback an die teilnehmenden Unternehmen durch einen unternehmensspezifischen, vertraulichen Selbstaudit-Bericht.  Dies ermöglicht  eine Standortbestimmung relativ zu Gruppen ähnlicher Unternehmen, ohne dass dabei die Anonymität  der Teilnehmerunternehmen aufgegeben wurde, d.h. es erfolgt keine Veröffentlichung unternehmensbezogener Daten.

 

Abschlusskonferenz in Berlin:
Die Abschlusskonferenz fand mit mehr als 100 Gästen aus Unternehmen und Wissenschaft am 15. und 16. September 2014 in der Repräsentanz der Commerzbank Berlin gleich neben dem Brandenburger Tor statt. Es wurde ein höchst interessantes Programm mit ca. 20 Referent*innen bzw. Podiumsteilnehmer*innen geboten.

Das Forschungsteam präsentierte am ersten Tag die Forschungsergebnisse im Plenum und vor der Presse. In dem Workshop „Mixed Leadership: Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis“ am zweiten Tag konnten Unternehmen den drei Forscher*innen Fragen stellen und Vorschläge machen. Hierbei wurde deutlich, dass das Erhebungsinstrument zwar als extrem aufwändig, aber als innovativ, zielorientiert und  umfassend beurteilt wurde. Angesichts der jeweils ca. 300 Seiten umfassenden Selbstauditberichte wurde um ein Management-Summary gebeten,  das - speziell Vorstände -  auf einen Blick über die Positionierung im Mixed-Leadership und weiteren Handlungsbedarf informiert.

Forschungsergebnisse:
In der 24-seitigen Konferenzbroschüre sind die wichtigsten Informationen zum Projektablauf und einige der gewonnen Erkenntnisse festgehalten. Die Broschüre kann auf der Webpage unter www.mixed-leadership.com  eingesehen und heruntergeladen werden.

Weitere Vorgehensweise:
Als Mitglieder des „Institut für Management und Leadership“ an der Hochschule Aschaffenburg wollen die drei Forscher Szebel-Habig, Kaps und Ruppert ihre Arbeit weiter fortführen, wozu sie von Teilnehmern der Abschlusskonferenz ausdrücklich aufgefordert wurden. So sind weitere Erhebungsrunden für die Geschäftsjahre 2014 ff geplant.
Im Rahmen eines von den beteiligten Unternehmen zu finanzierenden Drittmittelprojektes soll gemäß dem Wunsch der Unternehmen als Ergänzung zum Selbstauditbericht ein unternehmensindividuelles Management Summary entwickelt werden,  das – wie schon die Selbstauditberichte – automatisch, d.h. möglichst ohne „Handarbeit“, aus den Erhebungsdaten generiert werden soll.

Das Forschungsprojekt „Mit Mixed Leadership an die Spitze“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie den europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.