29.06.2017

Einblicke in die chinesische Wirtschaft

Kategorie: Öffentlich

H-AB begrüßt Gastprofessorin von der Tianjin University


Professorin Hui Dai von der Tianjin University of Commerce hat die Hochschule Aschaffenburg als Gastprofessorin besucht. Frau Dai ist Professorin für Recht an der School of Hospitality Management TUC-FIU in Tianjin, einer Kooperation der Tianjin University of Commerce (TUC) in China und der Florida International University (FIU) in den USA. Tianjin, in der Nachbarschaft zu Beijing, ist eine der sechs "Megacitys" in China, mit derzeit etwa 15 Mio. Einwohnern. Als lizensierte Rechtsanwältin praktiziert Professorin Dai Wirtschaftsrecht in der Volksrepublik China, komplementär zu ihren Lehr- und Forschungstätigkeiten an der Universität. Ihre Erfahrungen umfassen weiterhin Tätigkeiten in den USA und Spanien.

Vor diesem internationalen Hintergrund gab Professorin Dai in einer Gastveranstaltung Studierenden im Master Studiengang "International Management" an der Fakultät für Wirtschaft und Recht einen Einblick in Business Kompetenzen und konstituierende Elemente des Geschäftslebens in China. Einen Schwerpunkt bildete der Immobilienmarkt. Der Immobiliensektor ist einer der seit drei Jahrzehnten am intensivsten wachsenden Wirtschaftsbereiche in China. Der wirtschaftliche Aufschwung in China wurde und wird entscheidend durch einen ungebrochenen Bauboom befeuert. Er bringt in seinem Gefolge andauernde tiefgreifende Änderungen in Chinas Wirtschaftsleben, Politik und der kommunalen Infrastrukturen. Prof. Dai kann hier aus erster Hand berichten: Der "Goldin Finance 117" Office Tower in der Metropole Tianjin gehört aktuell mit seiner Höhe von 597 Metern zu den zehn höchsten Gebäuden der Erde und bildet das Zentrum eines neuen Stadtteils in Tianjin. Tianjin wird in Deutschland vor allem noch aus dem Kaiserreich vor über Hundert Jahren, eher verklärt romantisch, als "Tientsin" erinnert.

Prof. Dai forderte die Studierenden zu einer differenzierten Meinungsbildung aus erster Hand über die vielschichtigen mit der rasanten Entwicklung verbundenen komplexen Entwicklungsströme in Chinas wirtschaftlichem, sozialem und politischen Systemumfeld auf.
Ihre Ausführungen forderten die H-AB Studierenden zu einer lebendigen Diskussionsrunde heraus. Ein vorherrschendes Thema war, ob und inwieweit die Digitalisierung in China, bei der Kommunikation, den Medien und im Business, persönliche Kontakte in der Realwelt ersetzen. Prof. Dai hatte hier eine sehr klare Antwort: "Aufbau, Entwicklung und langfristige Aufrechterhaltung von vertrauensvollen persönlichen Beziehungen gehören zu den grundlegenden Aufbauelementen und zum Kapital in der Art und Weise, wie in China erfolgreiches Business betrieben wird. Dies kann in keiner Weise durch digitale Kommunikationsmedien wie etwa Skype, WhatsApp, WeChat, usw. ersetzt werden. Die sozialen Medien lassen sich nur allmählich und nachträglich in ein bereits persönlich begründetes Beziehungsnetz einführen."

Das H-AB International Office und der Dekan der Fakultät Wirtschaft und Recht erwiesen Prof. Hui Dai einen warmen Willkommensgruß. Eingeladen hatte Frau Prof. Dr. Pei Wang-Nastansky von der Fakultät Wirtschaft und Recht. Unterstützt wurde diese Gastdozentur aus dem Gastprofessorenprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst.