In der Praxis werden Softwareprojekte im Allgemeinen in Teilprojektgruppen und in einzelnen Entwicklungsschritten bearbeitet. Dies bringt den Vorteil der Know-How-Bündelung und Spezialisierung mit sich, aber auch die große Gefahr von Datenverlusten oder auch Überschneidungen bei den Bearbeitungsständen mit sich. Sie resultieren aus dem vernachlässigen der Nachvollziehbarkeit der Entwicklungsstufen, also des Überschreibens von Entwicklungsständen ohne Sicherheitskopie, oder dem Arbeiten mit zum Teil auch mehreren Kopien des ursprünglichen Source-Codes durch jeden Entwickler des Teams. Um diesen Nachteilen entgegen zu wirken werden in Unternehmen oft Datenbanksysteme eingesetzt, die Versionsstände oder die Vervielfältigung des Source-Codes managen, sogenannte Versionsmanagementsysteme. Diese übernehmen die  automatische Versionsarchivierung und die Konsolidierung von Codeänderungen innerhalb einer Version.
 
Ein Projekt zur Einführung eines zentralen Versionsmanagements in der Softwareentwicklung im Rahmen von Lehrveranstaltungen (Informatik I/II, Software Engineering) sowie Studien-, Bachelor- und Masterarbeiten wurde 2009 ins Leben gerufen. Hierbei wurde das Konzept in Zusammenarbeit mit der finnischen Partnerhochschule in Seinäjoki erarbeitet und die Plattform für eine Versionskontrolle mit dem Open-Source-Tool Subversion (SVN) geschaffen.
 
Mit Subversion steht der Lehre eine zentralisierte Lösung zur Speicherung von Versionsständen zur Verfügung, welche auch in der Industrie Anwendung findet. Hierdurch entsteht eine praxisnahe Erweiterung der Entwicklungsumgebungen aus Editor, Compiler und Linker.  Gesteuert durch Benutzergruppen können verschiedene Benutzer- bzw. Projektgruppen ihre Software-Quellcodes programmierplattform- und betriebssystemunabhängig archivieren, sowie Neuerungen im Code schnell und übersichtlich erkennen. Versionskonflikte werden systematisch ausgeschlossen und der Entwicklungsfortschritt wird werkzeuggestützt dokumentiert. Das System funktioniert sowohl Hochschulnetzintern als auch über Virtual Private Network (VPN) von zuhause.  
 
Die Abbildung zeigt einen Systemüberblick. Die Benutzer verschiedener Software-Entwicklungs-Projekte kommunizieren mittels Clients auf ihren Rechnern über das Hochschulnetz oder VPN mit  dem SVN-Server. Alle Versionen der Projekte sind im Subversion-Repoitory gespeichert, auf das der Server nach Überpfüfung der Zugriffsberechtigung lesend bzw. schreibend zugreift. Die zwei wesentlichen Aktionen auf Nutzerseite sind Ein- und Auschecken von Quelltexten. Der Administrationsaufwand beschränkt sich,  dank der integration in die Hochschulnetzwerkstruktur (ADS), auf die Projekt-Gruppenverwaltung auf dem SVN-Server.