Elternzeit - Neuregelung ab 01.07.2015

Bei rechtzeitiger Mitteilung schließt sich die Elternzeit nach dem Bundeserziehungsgeldgesetz bzw. nach dem ab dem 1. Januar 2007 geltenden Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit unmittelbar an die Mutterschutzfrist an. Nach dem Ende der Schutzfrist können Mütter unter Verzicht auf die Elternzeit ihre Arbeit aber auch wieder aufnehmen und die Elternzeit erst zu einem späteren Zeitpunkt antreten.

Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ergeben sich die Regelungen zur Elternzeit unmittelbar aus dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz. Die Eltern können die Elternzeit ganz oder zeitweise auch gemeinsam nehmen. 

Voraussetzung für den Anspruch auf die Elternzeit ist, dass:

  • Sie berufstätig sind,
  • das Kind mit Ihnen im selben Haushalt lebt,
  • Sie es überwiegend selbst betreuen und erziehen und
  • Sie während der Elternzeit nicht mehr als 30 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt arbeiten


Die Elternzeit kann frühestens ab Geburt des Kindes bzw. im Anschluss an die Mutterschutzfrist von der Mutter, dem Vater oder von den Eltern gemeinsam in Anspruch genommen werden. Die Elternzeit ist auf 36 Monate begrenzt, der Anspruch besteht für jeden Elternteil grundsätzlich bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Für Kinder, die ab dem 01.07.2015 geboren sind, können mit der neuen Regelung 24 der 36 Monate flexibel zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag des Kindes in Anspruch genommen werden. Um den individuellen Bedürfnissen besser gerecht zu werden, kann die Elternzeit in drei Zeitabschnitte aufgeteilt werden.

Die Elternzeit muss grundsätzlich spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn beim Arbeitgeber schriftlich angemeldet werden. Gleichzeitig muss der Elternteil erklären, für welche Zeiten innerhalb von zwei Jahren er Elternzeit nehmen will. Eine Zustimmung des Arbeitgebers zur Elternzeit ist nicht notwendig.

Für ausführliche Informationen siehe Links am Ende der Seite.

Elterngeld - Neuregelung ab 01.07.2015

Eltern, die sich Zeit nehmen für ihr Neugeborenes und dafür auf Einkommen verzichten, werden durch das Elterngeld unterstützt. Für Kinder, die ab dem 01.07.2015 geboren sind, greift eine neue gesetzliche Regelung zum Elterngeld. Eltern können sich künftig für das Basiselterngeld (bisher: Elterngeld) oder das neue ElterngeldPlus entscheiden oder beides kombinieren. Das neue ElterngeldPlus ändert nichts an der Höhe der finanziellen Leistung, unterstützt jedoch die Eltern, die Elternzeit und Teilzeit kombinieren möchten und belohnt eine partnerschaftliche Aufteilung mit einem um 4 Monate verlängerten Elterngeld.

Elterngeld (Basiselterngeld und ElterngeldPlus) können alle Eltern beantragen, die ihr Kind überwiegend selbst betreuen und max. 30 Stunden wöchentlich in Teilzeit arbeiten. Auch Studierende sind anspruchsberechtigt ohne ihr Studium unterbrechen zu müssen.

Die wichtigsten Regelungen zum Basiselterngeld (bisher: Elterngeld):

  • Das Basiselterngeld steht allen Eltern für max. 14 Monate nach der Geburt des Kindes zu, die ihr Kind selbst betreuen und daher nicht oder nur teilweise erwerbstätig sind.
  • Das Basiselterngeld beträgt monatlich mind. 300 EUR und max. 1.800 EUR, die Ermittlung erfolgt auf Basis des maßgeblichen Nettoeinkommens.
  • Beide Elternteile können sich die Betreuung und damit das Basiselterngeld aufteilen.
  • Der Bezug des Basiselterngeld verlängert sich um 2 Monate, wenn sich beide Elternteile die Betreuung teilen und sich das Einkommen dadurch reduziert.

 Die wichtigsten Regelungen zum ElterngeldPlus:

  • Das ElterngeldPlus unterstützt Eltern, die möglichst früh wieder in den Beruf einsteigen möchten.
  • Das ElterngeldPlus ersetzt, wie das Basiselterngeld, das wegfallende Einkommen. Je nach vorhergehendem Einkommen kann das ElterngeldPlus zwischen 65 und 100% betragen.
  • Der monatliche Betrag beläuft sich auf höchstens 50% des Elterngeldes für Eltern ohne Teilzeiteinkommen.
  • Das ElterngeldPlus beträgt monatlich mind. 150 EUR und max. 900 EUR (in Abhängigkeit des maßgeblichen Nettoeinkommens), wird aber für den doppelten Zeitraum wie das Basiselterngeld gezahlt. Das bedeutet konkret, dass ein Elterngeldmonat dann zwei ElterngeldPlus-Monaten entspricht.
  • Das ElterngeldPlus kann länger als 14 Monate nach der Geburt des Kindes bezogen werden.
  • Wenn beide Elternteile für 4 Monate Teilzeit arbeiten und sich die Betreuung ihres Kindes teilen, haben sie Anspruch auf 4 zusätzliche sog. Partnerschaftsmonate.
  • Alleinerziehenden stehen die Nutzung des ElterngeldPlus und der Partnerschaftsmonate gleichermaßen zu.


Die Regelungen zum ElterngeldPlus, zum Partnerschaftsbonus sowie zur flexibleren Elternzeit gelten für Eltern, deren Kinder ab 1. Juli 2015 geboren werden. Das Gesetz ist am 1. Januar 2015 in Kraft getreten.

Der Elterngeldantrag muss schriftlich über die Elterngeldstelle des jeweiligen Bundeslandes gestellt werden. Die Übersichtsseite mit den Antragsformularen der jeweiligen Bundesländer findet sich hier oder hier für Bayern, wo auch Zeiten und Telefonnummern der regionalen Elterngeldstelle verzeichnet sind.

Ausführliche Informationen stehen auf folgenden Links zur Verfügung:
www.elterngeld-plus.de - Informationen des Familienministeriums und Elterngeldrechner
www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/Publikationen - Publikationen des Familienministeriums
www.gesetze-im-internet.de

Weitere interessante Links:
www.familienatlas.de - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
www.familienhandbuch.de - Staatsinstitut für Frühpädagogik
www.studieren-mit-kind.org - private Infoseite
www.studis-online.de - private Infoseite

Detaillierte Informationen enthält die Broschüre „Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit“ per Download über www.bmfsfj.de oder kostenlos zu bestellen beim:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
11018 Berlin
Servicetelefon: 030 201 791 30
Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 18.00 Uhr