Projekt EnNiWo

Die Energieoptimierung und die CO2-Einsparung sind wichtige Herausforderungen in Zeiten des Klimawandels und der steigenden Energiekosten. Eine möglichst hohe Energieeffizienz bei Gebäudehüllen, sowie verbesserte Gestaltung der Betriebsabläufe und der Gebäudeausstattung bei gewerblichen Immobilien liegen deshalb im Fokus dieses Projektes. 

In diesem Zusammenhang entwickelt die Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Bochtler ein Bewertungstool zur Dokumentation der energetischen Umsätze in Nichtwohngebäuden. In einer übersichtlichen und verständlichen Darstellung werden der Ist-Zustand, die energetischen Verbesserungsmöglichkeiten, die Energie- und Kosteneinsparungen und die damit verbundenen Investitionen dokumentiert. Eigentümern und Mietern von Gewerbeimmobilien wird so die Entscheidung für die Durchführung von Optimierungsmaßnahmen erleichtert. In einer ersten Grobanalyse werden über den Energieaufwand des Unternehmens gebäudespezifische Kennzahlen zur Ausgangssituation gebildet.

Sollte durch bestimmte Fertigungsprozesse die Vergleichbarkeit mit ähnlichen Gebäuden nicht gegeben sein, so wird über Vor-Ort-Messungen der Massenströme die Prozessenergie aufgenommen und somit wieder die Vergleichbarkeit hergestellt. Anhand eines Fragenkatalogs werden in der Feinanalyse Gebäudehülle und Anlagentechnik auf ihre Effizienz überprüft und geeignete Optimierungsmöglichkeiten erarbeitet.

Als Ergebnis werden neben der neu entwickelten Berechnungssoftware auch eine standardisierte Vorgehensweise zur Erfassung und Bewertung der Energieeffizienz von Nichtwohn­gebäuden zur Verfügung stehen. Weiterhin werden seitens der Hochschule Energiemessungen,  thermografische Untersuchungen der Gebäudehülle und der elektrischen Geräte sowie die Erstellung von Energiekonzepten zur Energie- und Kosteneinsparung angeboten.

Abbildung 1: Thermografieaufnahme einer ungeregelten Heizungspumpe. Die hohe Oberflächentemperatur am Gehäuse der Pumpe ist deutlich erkennbar. Sie führt zu hohen Wärmeverlusten in der Heizanlage.

 

Abbildung 2: Messaufbau mit Strommessgerät. Über die Messzangen können Strom, Spannung und Leistung erfasst werden.

 

Projekt "IgEL"  

Die im Projekt "IgEL" entwickelte Lernsoftware soll den Betreibern von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine Plattform zur Wissensvermittlung für die Verbesserung ihrer Energieeffizienz zur Verfügung stellen. Im Rahmen dieses Projektes entsteht eine Expertendatenbank, in der die Forschungs­ergeb­nisse und Erfahrungen der Hochschule Aschaffenburg auf dem Gebiet der Energie­effizienz veröffentlicht werden. Die Unternehmen können ebenfalls ihre Erfahrungen und die Resultate ihrer umgesetzten Maßnahmen sowie Anregungen zu den bereits bestehenden Ergebnissen auf der Internetseite des Projekts - gegliedert nach den Gruppen Gebäudehülle, Energie, Wasser, Gebäudetechnik etc., präsentieren.

Anhand einer interaktiven Oberfläche wird dem Anwender der Umgang mit dem Softwaretool dialoggeführt näher gebracht. In den einzelnen Kapiteln des auf e-Learning basierten Internetangebots wird die Funktionsweise des Gebäudeanalysetools anhand eines Praxisbeispiels erläutert. Der Anwender soll dadurch animiert werden, die Gebäudeanalyse der eigenen Immobilie Schritt für Schritt vorzunehmen und mithilfe des Tools Potenziale zu erkennen und Vorschläge für Verbesserungsmaßnahmen erhalten.

Die gesammelten Daten werden allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt, sodass im Sinne eines Wissenstransfers alle Betei­lig­ten von den Ergebnissen im Bezug auf Energie-, Kosten- und CO2-Einsparung der anderen profitieren und dies gegebenenfalls auf das eigene Unternehmen übertragen können. Somit wird ein Netzwerk geschaffen, mithilfe dessen Aktivitäten im Bereich der Energieeffizienz vorangetrieben werden. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sind die Grundlage für ein standardisiertes, softwaregestütztes Tool zur Analyse der Energieeffizienz in industrieller Umgebung.